Von einer „Arbeitsgruppe
zu gutem Benehmen“ zur Schulentwicklung
Vor etwa zwei Jahren bestätigte sich Frau Schleinkofers Erfahrung immer mehr,
dass bei den Kindern große Unterschiede in den guten Umgangsformen im
Schulalltag bestehen: „Manche Kinder beherrschen sie ganz selbstverständlich,
bei anderen Kindern ist das nicht der Fall, vielleicht weil dieses Thema in
vielen Familien keinen größeren Stellenwert mehr hat. Dabei ist es nicht schwer
festzustellen, dass in der Öffentlichkeit die Bewertung der Umgangsformen eine
steigende Bedeutung erfährt.“
Frau Schleinkofer wollte hier, ermutigt von Frau Dassler, im schulischen Bereich
mithelfen und die Schülerinnen fit für die Zukunft machen.
Schwester Seraphina war der Sache nicht abgeneigt und unterstützte die Bildung
einer Arbeitsgruppe, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen sollte. Frau
Liebig arbeitete von Anfang an mit.
So fanden wir - interessierte Lehrer der Wirtschaftsschule und des
Gymnasiums - uns zu Beginn des letzten Schuljahres zusammen. Von Anfang
an war diese Gruppe offen für alle Interessierte und durch Aushänge im
Lehrerzimmer waren stets die Ergebnisse der Treffen für alle transparent. Der
Elternbeirat wurde über die einzelnen Schritte auf dem Laufenden gehalten und
unterstützte uns durch sein Wohlwollen.
In vielen Gesprächen, die wir gemeinsam in der Arbeitsgruppe führten, wurde
vieles durchdacht und vieles wieder verworfen. Übrig geblieben sind allerdings
wesentlich mehr Ideen, als zu Beginn vorgesehen waren.
So stellten wir auf einmal fest, dass wir einen Weg eingeschlagen hatten, der
allgemein unter dem Begriff Schulentwicklung zu verstehen ist, einen Weg, den
wir nicht weiter ohne die Schülerinnen gehen wollten, und so ermunterten wir
sie, diesen Prozess mit möglichst konkreten Verbesserungsvorschlägen zu
unterstützen. Im Brief der Arbeitsgruppe an die einzelnen Klassen hieß es u.a.:
„Wir sind der Meinung, dass Seligenthal sicher eine gute Schule ist, dass sich
aber auch, wie überall, im Laufe der Zeit Dinge eingeschlichen haben, die
weniger gut sind, oder dass man einfach erkennt, dass manches anders und besser
laufen könnte. Deshalb haben wir darüber nachgedacht, was wir gut finden, was
verbessert werden könnte und was geändert werden müsste. [...] Wir sind aber
auch der Meinung, dass ihr als Schüler aus eurer Perspektive beurteilen könnt,
was eine gute Schule ausmacht und was in Seligenthal noch verbessert werden
könnte, damit wir wirklich eine gute Schule sind. Deshalb bitten wir euch, in
euren Klassen in den Zfu-Stunden eine Diskussion darüber anzuregen und uns am
Ende eure Ergebnisse schriftlich mitzuteilen.“
Schließlich konnten wir die Ergebnisse aller Klassen mit einarbeiten. Wir waren
überrascht, wie viele Übereinstimmungen mit den Vorschlägen der Lehrer sich
ergaben. In ständiger Rücksprache mit dem Kollegium und den Schulleitungen von
Wirtschaftsschule und Gymnasium und unter Einbeziehung der Schülerinnen wurde
nun der Pädagogische Tag vorbereitet.
Mitglieder: Irmgard Dassler,
Helmuth Fischer, Maria Fischer, Maria Graßer, Silvia Heigl,
Marlene Krieg, Christine Langer. Sr. Magdalena Legat, Margit Schleinkofer,
Claudia Schmidt.
Bei allen Treffen arbeiten Sr. Christiane Hansen, die Direktorin des Gymnasiums,
und Frau Ulrike Liebig, die Direktorin der Wirtschaftsschule, aktiv mit. Das
Schulentwicklungsteam versteht sich als offene Gruppe, die allen interessierten
Lehrkräften offen steht. Daher hängen jeweils sowohl die Ergebnisse der Treffen
als auch die Einladungen zu den nächsten Treffen im Lehrerzimmer aus. So ist es
jederzeit für alle Kolleginnen und Kollegen möglich, sich konstruktiv
einzubringen.
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